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Ingenieurinitiative
Die gegenwärtig angespannte Wirtschaftslage läßt die Arbeitslosenzahlen wieder steigen, oder hält sie bestenfalls für eine gewisse Zeit auf gleichem Niveau. Betroffen sind besonders ältere IngenieuerInnen und AkademikerInnen. Um diese Berufsgruppen, die über ein hohes Qualifikationspotential verfügen, wieder in den Ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, müssen alle geeigneten Wege und Methoden genutzt werden. Die traditionelle Arbeitsvermittlung (Arbeitsamt), die in einem noch andauernden Reformprozeß steckt, kann allein diese Aufgabe nicht lösen. Heute kann für Arbeitnehmer das aktive Leben in der Gesellschaft besser gelingen, wenn auch die Integration in die Wirtschaft gelingt. Eine Belebung des Arbeitsmarktes ist durch die Schaffung neuer Klein- und mittelstädischer Unternehmen und die Festigung bestehender KMU zu erwarten. Unsere Projektidee ist, dieses Qualifikationspotential zu nutzen, um den Outsourcing-Bedarf der Firmen zu bedienen, entweder über selbständige Tätigkeit oder Zeitverträge eventuell auch über Praktika. Dieser Einstieg soll den Einblick in Existenzgründungen oder Festeinstellungen helfen zu verbessern. Zielsetzung Das Ziel des Projektes ist die Qualifizierung und Motivation von arbeitslosen Ingenieuren. Mit ihnen sollen, durch Beratungen unseres Büros und seinen Kontakten zu vielen Firmen, Perspektiven für einen Weg aus der Arbeitslosigkeit entwickelt werden. Ziel ist auch, diese Ingenieure in Kontakt mit ihrer Qualifikation entsprechenden Unternehmen zu bringen, wo sie selbst ihre Qualifikation für firmennahe Outsourcing-Leistungen anbieten können. Die inhaltliche Ausgestaltung diese Modellprojektes beruht auf einem breiten gesellschaftlichen Konsens. Die Gewerkschaften wie DAG und IG Metall haben ebenso mitgearbeitet wie das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, die Hans-Böckler-Stiftung und die Technische Universität Berlin. Zielgruppe Ältere arbeitslose Ingenieurinnen und Ingenieure, Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Kooperationspartner
Ergänzung vom 22.07.2003 Die Initiative der Landesverband des VDI Berlin Brandenburg, arbeitslosen älteren Ingenieuren methodische Hilfe zu liefern - als Hilfe zur Selbsthilfe - hat zu einer Koopeartion des VDI Berlin-Brandenburg / Bezirksgruppe Adlershof mit den WITEGA Personaldiensten und dem WISTA Management des technologiestandortes Adlershof geführt. Das Projekt Personaldienste auf dem WISTA besteht mit seinem Büro und drei Mitarbeitern seit zwei Jahren auf dem Wissenschafts-und Wirtschaftsstandort Adlershof (WISTA). Das Projekt entstand in Abstimmung mit der WISTA-Management GmbH und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und wurde von diesen Institutionen unterstützt. Träger des Projektes ist die WITEGA Angewandte Werkstoff-Forschung GmbH. Der Schwerpunkt des Projektes ist die Befriedigung des Bedarfs der Firmen und Institutionen am Standort an wissenschaftlich-technischem Fachpersonal. Darüber hinaus erfolgt eine Beratung von Arbeitsuchenden bezüglich der auf dem WISTA vorhandenen Technologiefelder. Das Projekt strebt an, im Sinne der Auftraggeber und des Trägers, eine standortorientierte Arbeitsvermittlung als kommerzielle Dienstleistungseinrichtung auf dem WISTA zu ent- wickeln. Die Vermittlungs- und Beratungstätigkeit der Projektmitarbeiter bezieht sich auf alle für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (WISTA) relevanten Technologiefelder. Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt Mit dem Arbeitsamt wurde vereinbart, alle uns bekannt werdenden offenen Stellen über den Vordruck "Vermittlungsauftrag" dem Arbeitsamt mit ausführlicher Stellenbeschreibung zu melden. So wird auch verfahren. Die Zusammenarbeit hat sich bewährt und funktioniert reibungslos. Entsprechend diesen "Vermittlungsaufträgen" weist uns das Arbeitsamt geeignet erscheinende Fachkräfte zu. In Kontaktgesprächen wird durch unsere Projektmitarbeiter eine Vorauswahl dieser Fachkräfte in Hinblick auf das Stellenprofil getroffen. Die von uns gemeldeten offenen Stellen werden vom Arbeitsamt in das SIS gesetzt. Seit Bestehen des "Job Point" in Neukölln, einer Informationseinrichtung des Arbeitsamtes Süd, werden von uns auch dessen Dienste in Anspruch genommen. Offene Stellen auf dem Standort werden im "Job Point" auf unseren Wunsch hin ausgehängt. Dadurch konnte uns bisher mancher Bewerber zugeführt werden. Vernetzungen und Kooperationen Ein wichtiger Kooperationspartner ist für uns die WISTA-Management GmbH, die unser Projekt von Anfang an unterstützt hat mit der Bereitstellung von Infrastruktur für unsere Recherche- und Vermittlungstätigkeit auf dem Standort, denn es gibt kein den gesamten Campus erfassendes Personaldienstleistungsbüro mit vergleichbarem Leistungsspektrum. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) ist ebenfalls ein wichtiger Kooperationspartner für unser Projekt. Die Ingenieur-Initiative des VDI, ältere arbeitslose, aber sehr fachkompetente Ingenieure wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, ist seit langem eine gemeinsame Anstrengung. Die konkrete Form dieser Kooperation kann immer auf dieser Seite unter "Ingenieurinitiative" der Homepage des VDI Berlin-Brandenburg eingesehen werden. Über die Ingenieur-Initiative sind wir auch in Verbindung mit der TU Berlin. Wir kooperieren mit dem Forschungsprojekt "Ingenieurbedarf für Jüngere - Ingenieurarbeitslosigkeit für Ältere", das bei der Kooperationsstelle Wissenschaft/Arbeitswelt der TU angesiedelt ist. Bei diesem Projekt arbeitet auch der VDI mit. Mit der Technologiestiftung Berlin (TSB) besteht ein Informationsaustausch über den aktuellen Arbeitskräftebedarf auf dem WISTA. Wichtige Kooperationspartner für das Personaldienstleistungsprojekt sind auch verschiedene Bildungs-und Trainingseinrichtungen, die für uns manchmal eine Hilfe bei der Suche nach geeignetem Fachpersonal sind. Zu diesen Einrichtungen zählen u.a. Co.Train, inab, elop, Job consult und das BBZ Berlin-Mitte. Weiter wurde ein Kontakt zum Arbeitgeber-Service-Büro der Thiede-Unternehmensgruppe geknüpft. Öffentlichkeitsarbeit Die Projektgruppe nutzt verschiedene Ebenen um auf ihre Vermittlungsarbeit aufmerksam zu machen und dadurch ihre Effizienz zu erhöhen. Dazu zählen Veröffentlichungen im Monats- blatt des WISTA-Campus "Adlershof aktuell", das Auslegen von Handzetteln in zentralen Gebäuden des Standorts über das Leistungsangebot unseres Büros, Hinweise auf unsere Tätigkeit auf Veranstaltungen und Foren des VDI, der WISTA, der TU Berlin, des TSB, der der Beckmann-Akademie e.V., der FHTW Berlin und anderen. Unsere Öffenlichkeitsarbeit informiert maßvoll und realistisch. Auf dem Standort werden hochqulifizierte Fachkräfte gesucht. Die Anzahl der offenen Stellen hält sich in engen Grenzen. Viele Stellen sind befristet und haben nur Projektstatus. Unsere Tätigkeit ist in diesem beratend- realistischen Sinn von den Firmen und Institutionen auf dem WISTA-Standort anerkannt worden. Peter Knopp
Leiter der Personaldienste auf dem WISTA Folgender Artikel war zu diesem Thema für die VDInachrichten geplant (bisher nicht erschienen): VDI-Ingenieurinitiative - eine zusätzliche Strategie der WITEGA-Personaldienste Es gibt kaum einen anderen Ort in Berlin, der derart konzentriert berufliche Möglichkeiten bietet wie der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (WISTA). Gegenwärtig sind 362 technologieorientierte Unternehmen und 12 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen am Standort angesiedelt. Die Humboldt-Universität ist zunehmend mit ihren naturwissenschaftlichen Instituten auf dem Campus präsent. Die Arbeit an innovativen Produkten und Leistungen erstreckt sich auf die Technologiefelder Informations- und Medientechnologie, Photonik und Optische Technologien, Material- und Mikrosystemtechnologie sowie Umwelt-, Bio- und Energietechnologie. Seit gut zwei Jahren gibt es am Standort auch Aktivitäten auf dem Gebiet der Personaldienste in Kooperation mit der WISTA-Management GmbH , dem VDI und anderen bezirklichen Einrichtungen und regionalen Verbänden: das Büro der WITEGA-Personaldienste. Schwerpunkt der Arbeit ist die Befriedigung des Bedarfs der Firmen und Institutionen auf dem WISTA mit wissenschaftlich-technischem Fachpersonal bezüglich der auf dem Stand- Ort vorhandenen Technologiefelder. Die Anforderungen der Firmen und Einrichtungen sind sehr hoch. Die Suche nach geeignetem Fachpersonal ist oft sehr aufwändig und ist deshalb für die Auftraggeber mit einem gewissen Branchenüblichen Kostensatz verbunden. Für gut qualifiziertes Fachpersonal, das sich für Arbeitsmöglichkeiten auf dem Campus interessiert, sind unsere Aktivitäten kostenfrei. Für arbeitsuchende Naturwissenschaftler und Ingenieure besteht unsere Tätigkeit in standortspezifischer Beratung und Kontaktierung geeigneter Unternehmen, um den Einstieg zu ermöglichen. Unsere Leistungen für Bewerber beziehen sich sowohl auf Fachleute, die sich beruflich verändern wollen, als auch auf solche, die vorübergehend ohne Arbeit sind. Die Einstiegs-Chancen für Langzeitarbeitslose auf dem Standort sind zwar nicht Null, naturgemäß aber sehr schwierig. Die gegenwärtig angespannte Wirtschaftslage ist auch auf dem Standort spürbar, d.h., die Zahl der offenen Stellen liegt weit unter der Zahl andrängender Bewerber. Dennoch sind einstellungswirksame Vermittlungen immer wieder möglich auf dem Campus dank der Arbeit der Personaldienste. Vom VDI ging die Idee der Ingenieurinitiative aus, einer Vermittlungsstrategie, die besonders ältere und arbeitslose Ingenieure wieder in den ersten Arbeitsmarkt bringen will. Auch soll mit diesem Qualifikationspotential der Outsourcing-Bedarf der Firmen bedient werden, beispielsweise über Honorarverträge. Um einerseits dem oft sehr spezifischen Bedarf Adlershofer Firmen an Fachpersonal nachzukommen und andererseits Ingenieuren auf dem WISTA-Standort zu fachlich interessanten Arbeitsmöglichkeiten zu verhelfen, muß die Arbeit der Personaldienste auf dem Campus sehr flexibel sein und die spezifischen Bedingungen vor Ort beachten. Der Wirtschafts- und Wissenschaftspark Adlershof ist kein Ort der Industrieproduktion sondern eine Ansammlung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) für die genannten Technologiefelder. Die Mitarbeiterzahl dieser Unternehmen schwankt zwischen etwa 2 und 15 Mitarbeitern. Die wirtschaftliche Stärke der Firmen ist sehr unterschiedlich. Der Umsatz aller Firmen betrug im Jahr 2002 etwa 322 Millionen Euro. Trotz der schwierigen gesamt- wirtschaftlichen Situation werden von den Unternehmen am Standort die Geschäftsaussichten für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch beurteilt. Die vom VDI unterstützte Ingenieurinitiative, bei der fachkompetente Ingenieure über die WITEGA-Personaldienste in Kontakt zu geeigneten Firmen auf dem ersten Arbeitsmarkt kommen, ist gezielte Hilfe zur Selbsthilfe in einer andauernd gespannten Arbeitsmarkt-situation. Anfragen über: bg-adlershof@vdi.de
Peter Knopp
WITEGA-Personaldienste |