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Hochschulpolitik in Berlin-Brandenburg
im Rahmen der Hochschulvertragsverhandlungen in Berlin" Parlamentarischer Abend Berlin Brandenburg 30.11.2005 In der Bologna Erklärung vom 19.September 1999 wurde von den europäischen Bildungsministern festgeschrieben, in den Hochschulen Europas vergleichbare zweistufige Abschlüsse zu schaffen. Für die technischen Berufe bedeutet dies, dass die klassische Ausbildung zum Diplom-Ingenieur mit Vor- und Hauptexamen ersetzt bzw. ergänzt werden soll durch einen Bachelor- und Masterabschluss. Die Unternehmer sind damit in Ihren Einstellungsgesprächen damit konfrontiert, diese neuen Studienabschlüsse im Vergleich zu dem klassischen Diplomingenieur zu bewerten. Die Schulen müssen den Schülern, die vor einer Studienentscheidung stehen, die Veränderungen in den neuen Studienformen vermitteln. Die Entscheidungen für diese Hochschulreform sind getroffen, die Vorbereitung zu diesen Entscheidungen hat jedoch auch sehr kontroverse Meinungen offenbart. Der VDI als Sprecher der Ingenieure hat sich sehr frühzeitig für die Einführung dieser gestuften Master- und Bachelor Studiengänge ausgesprochen, da damit eine bessere internationale Kompatibilität erreicht und die internationale Attraktivität des Hochschulstandortes Deutschland gestärkt wird. Die Hochschulen bereiten derzeit eine Umstellung ihres Curriculums auf diese neuen Studienformen vor. Wir erwarten von diesen neuen Strukturen
Wir möchten daher allen Zielgruppen, die mit diesem Thema konfrontiert sind, entsprechende Informationen zur Verfügung stellen, - den Unternehmern als Unterstützung für Ihre Personalarbeit - den Gymnasien/Lehrern als Unterstützung für ihre Aufklärungsarbeit an den Schulen. Wir laden Sie und Ihre Kollegen auch ein, unsere VDI Informationsseite im Internet unter www.vdi.de/bachelor-master zu besuchen. Sollte Ihrerseits Interesse an einem persönlichen Gespräch haben, so nehmen Sie Kontakt zu unserer Geschäftsstelle auf, (Reinhardtstr. 27 b, 10117 Berlin, Tel: 030/3410 177, Fax: 030/3410 261, bv-berlin-brandenburg@vdi.de, die Ihnen gerne einen Kontakt zu einem Mitglied des Vorstandes des VDI Berlin-Brandenburg oder der Landesvertreung herstellt. Informationen erhalten Sie auch in folgender Powerpoint Präsentation, die Sie sich herunterladen können. Außerdem stehen folgende pdf-Dokumente für Sie zum Download bereit: Empfehlung für die Weiterqualifizierung von Ingenieurinnen und Ingenieuren - Wege zur lebenslangen Kompetenzentwicklung Broschüre zum Thema "Ingenieurregister in europäischen Ländern" Mit freundlichem Gruß VDI Berlin Brandenburg Siegfried Brandt Landesvertreter Offener Brief vom 14.11.2003 an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit und Pressemitteilung / Medieninformation verantwortlich für den Inhalt: Dipl.-Ing. Siegfried Brandt Landesvertreter VDI Berlin Brandenburg Stv. Vorsitzender des Vorstandes des VDI Bezirksvereins Berlin Brandenburg Mittelkürzungen bedrohen die Zukunft der Technischen Universität Berlin und ihren Beitrag für die Wirtschaftsentwicklung in Berlin Mit großer Sorge hat der VDI Berlin-Brandenburg zur Kenntnis genommen, dass im Rahmen der Haushaltskonsolidierung des Berliner Senats die Technische Universität Berlin in den nächsten 5 Jahren Mittel in Höhe von ca. 33 Mio. € einsparen soll. Der VDI anerkennt die Bemühungen des Berliner Senats, den Haushalt zu sanieren ebenso wie seine Forderung, dass alle gesellschaftlichen Verantwortungsträger sich an dieser Sanierung zu beteiligen haben. Die hier vorgegebenen Ziele sind jedoch keine Sanierungsschritte, sondern gefährden die Zukunft der Technischen Universität ebenso wie die Entwicklungsfähigkeit der Stadt Berlin in eklatanter Form. Der VDI Berlin-Brandenburg äussert sich hier nicht nur als Sprecher der Ingenieure, sondern primär in seiner Mitverantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt auf der Basis eines hohen wissenschaftlichen Standortpotentials. Unsere Argumente gegen diese Politik konzentrieren sich auf folgende Punkte :
Der Verzicht auf Berufungen würde wegen des Generationswechsels in der Professorenschaft dazu führen, dass ca. 200, d.h. rund 2/3 aller Professuren, innerhalb der nächsten 5 Jahre vakant bleiben bzw. werden. Unbesetzt und damit nicht arbeitsfähig. Damit würden unter anderem folgende Kernbereiche einer technischen Universität nicht mehr arbeitsfähig sein und könnten ab folgenden Terminen keine Studierenden mehr zulassen:
Der Berliner Senat bemüht sich, Wirtschaftskraft fördernde Leitunternehmen nach Berlin zu holen oder in Berlin zu binden. Werden diese Unternehmen, wie zum Beispiel die führenden Elektrounternehmen, am Standort Berlin Interesse haben, wenn es eine Fakultät für Elektrotechnik oder Maschinenbau nicht mehr gibt? Wird es überhaupt noch gelingen, bei dieser aktuellen Spardiskussion kompetente Wissenschaftler zu berufen? Leistungsfähigkeit und Wirtschaftskraft dokumentieren sich nicht in wachsendem Anteil des Niedriglohnniveaus, sondern nur durch Innovationskraft, und die ist an Hochlohnniveau gekoppelt. Innovationskraft fordert solide Grundlagenforschung und -vermittlung für technische Spitzenleistungen. Nur diese sind heute im globalen Wettbewerb überlebensfähig. Die aktuellen arbeitsmarktpolitischen Strukturprobleme der Unternehmen überdecken weiterhin, dass der Personalmangel innovationshemmender ist als der Mangel an Finanzierungsquellen. Gerade Branchen mit großem Anteil an hoch qualifizierten Beschäftigten, und darunter zumeist speziell ausgebildeten Ingenieuren, trifft der Fachkräftemangel besonders. Langfristig führt diese Entwicklung zu einem strategischen Nachteil im nationalen und globalen Wettbewerb. Auch kleine und mittlere Betriebe sind besonders hart betroffen. Sie sind Hauptarbeitgeber für Ingenieure und Informatiker mit mehr als zwei Dritteln aller technischen Fach- und Führungskräfte. Die Technische Universität Berlin muss sich an den Aufgaben der Haushaltskonsolidisierung beteiligen, sie darf es aber nur auf der Basis eines inhaltlichen Konzeptes mit klaren Zielen in der Bildungs- und Standortpolitik. Diese lässt der Berliner Senat bis heute vermissen. Wir müssen die Technische Universität dann auffordern, ihre Strukturentscheidungen selber zu treffen, also
VDI Berlin Brandenburg Siegfried Brandt Landesvertreter Lesen Sie hierzu auch einen Artikel der Berliner Morgenpost vom 18.11.2003: "Firmen werden abwandern" Verein Deutscher Ingenieure warnt vor Sparzwang für Hochschulen (pdf-Format für den Adobe Acrobat Reader, 136 KB) Offener Brief vom 01.12.2003 an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit und Pressemitteilung / Medieninformation verantwortlich für den Inhalt: Dipl.-Ing. Siegfried Brandt Landesvertreter VDI Berlin Brandenburg Stv. Vorsitzender des Vorstandes des VDI Bezirksvereins Berlin Brandenburg Aktuelle Hochschulpolitik für die Technische Universität Berlin führt zu dauerhaft irreparablen Schäden für die Wirtschaftskraft des Standortes Berlin Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister, wir haben Ihnen am 14.11.2003 in einem offenen Brief unsere Stellungnahme zu der aktuellen Kürzungspolitik des Berliner Senates bei den Plafonds der Technischen Universität vorgetragen und die Kompetenz des VDI bei der Lösung dieser Probleme angeboten. Mit großer Sorge haben wir die weitere Entwicklung beobachtet, sowohl die Reaktionen der Studentenschaft, wie die Antworten unserer hierfür handelnden Politiker. Wir bekunden unser volles Verständnis für die Reaktion der Studenten, obwohl wir mit Ihnen auch der Meinung sind, dass damit Gespräche nicht einfacher werden. Sie dokumentieren jedoch die existentielle Bedrohung und schöpfen hieraus ihre Berechtigung. Wir können jedoch in keiner Weise die Reaktion der Politik billigen. Die Auswirkungen der Grenzszenarien der Technischen Universität sind Ihnen hinreichend bekannt. Auch die Auswirkungen auf den Innovationsstandort nicht nur Berlins, sondern auch Deutschlands, haben nicht nur der VDI in mehreren Stellungnahmen deutlich gemacht und der Politik vermittelt. Sie erhalten in der Anlage nochmals unsere Einschätzung über die Kürzungen im Hochschulbereich und die Auswirkungen auf den Innovationsstandort Deutschland. Mit Ihren Aussagen, dass Sie diese Proteste aushalten werden, werden Sie der Brisanz der Thematik in keiner Weise gerecht. Wir möchten Sie bitten, ein Klima zu schaffen, in dem beide Seiten ihren Verpflichtungen nachkommen, dies vermitteln und dann in konstruktive Lösungsgespräche gehen. Es ist Aufgabe der Politik, nicht der Präsidenten der Universitäten/Hochschulen die Strukturvorgaben für die Universitäten zu machen. Dieser Verpflichtung entzieht sich die Politik zur Zeit. Aber nur auf Basis dieser Strukturvorgaben können die Hochschulen eigene Vorstellungen entwickeln. Wir stimmen Ihnen zu, dass es durch Doppelstudiengänge, fehlende Serviceleistungen zwischen den Hochschulen, Qualitätsverbesserungen, Verwaltungsvereinfachungen etc. Rationalisierungspotentiale an den Hochschulen geben wird. Basis hierfür müssen jedoch strukturelle Rahmenvorgaben der Politik für die Hochschulen sein. Die Hochschulen sind auf ihren Standort angewiesen, die Unternehmen nicht. Die Abwanderungen von Firmen, die sich gerade wegen ingenieurwissenschaftlicher Fakultäten für den jeweiligen Standort entschieden haben, ist also absehbar. Der Standort Berlin braucht aber die wirtschaftliche Kraft dieser Unternehmen. Mit der aktuellen Politik werden Sie dauerhaft irreparablen Schaden für die Stadt erzeugen. Der VDI Berlin-Brandenburg bietet Ihnen nicht nur an, in den Aktivitäten zur Lösung dieser Probleme seine Kompetenz einzubringen, wir werden auch weiterhin die Konsequenzen dieses Handelns offenlegen. Der Verein Deutscher Ingenieure ist der größte Ingenieurverein Deutschlands. Er ist kein Lobbyist von Unternehmen, sondern Interessenvertreter der Ingenieure und schöpft seine Kompetenz aus einem weitreichenden Netzwerk von Fachleuten in jeder Ingenieurbranche. Wir fühlen uns nicht nur dem technischen Detail, sondern auch der Gesamtverantwortung aus jeder Art von ingenieurtechnischer Wertschöpfung verpflichtet, technisch, wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Wir werden diese Verantwortung jederzeit zum Ausdruck bringen. Mit freundlichem Gruß Siegfried Brandt Landesvertreter VDI Berlin-Brandenburg Stv. Vorsitzender des Vorstandes VDI BB Anlage zum Offenen Brief vom 01.12.2003 Kürzungen im Hochschulbereich bedrohen den Innovationsstandort Deutschland Situation der Hochschulen Im Herbst dieses Jahres konnten sich die meisten Hochschulen über den starken Anstieg der Studierenden in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen freuen. Auch die Bundesregierung begrüßte den Anstieg der Studierenden in diesen Schlüsseldisziplinen:
Die Kürzungen der Länder auf Hochschulebene führen allerdings zu erheblichen Ressourcenproblemen. Dabei ist nicht nur der Hochschulbetrieb an sich gefährdet, sondern auch insbesondere die Sicherung der Innovationsfähigkeit, also der Forschungstätigkeit der Hochschulen. Der auch von der Bundesregierung immer wieder angesprochene Ingenieurmangel wird durch die starken Kürzungen verstärkt werden. So ist ein Szenario der TU Berlin, dass es in vielen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen zu kompletten Zulassungsstopps für Studierende kommen wird. Angesichts der Bedeutung von Ingenieuren für die gesamte Volkswirtschaft ist dies durchaus als Horror-Szenario zu bezeichnen. Bedrohung Nummer eins: Nachwuchsmangel Jahr für Jahr ist ein Bedarf von 20 000 Ingenieuren nicht gedeckt. Die Zahl der Absolventen in den in-genieurwissenschaftlichen Kerngebieten ist bereits in den vergangenen Jahren um rund ein Drittel ge-sunken - von 46 000 auf knapp über 30 000. Nicht viel besser sieht es in den Bereichen Physik und Chemie aus. Zwar schreiben sich wieder mehr junge Leute in technikwissenschaftliche Studiengänge ein. Doch ihre Zahl genügt bei weitem nicht, um die Lücke zu schließen, geschweige denn, die wach-sende Nachfrage zu befriedigen. Der Mangel an gut ausgebildeten Naturwissenschaftlern und Ingenieuren gefährdet zunehmend die Innovationskraft der Unternehmen. Eine Studie des VDI zeigt, dass über 60 Prozent der Unternehmen zu wenig Ingenieure und Fachkräfte finden, um im gewünschten Umfang neue Produkte und Verfahren zu entwickeln. Wenn schon die Unternehmen, die meist bessere monetäre Anreize bieten können, nicht das qualifizierte Fachpersonal binden kann, so sind die Hochschulen in der jetzigen Situation dazu noch weniger in der Lage. Der gesamte Forschungsbereich an Hochschulen ist durch diese radikalen Kürzungen gefährdet. Bis zum Jahr 2010 sollten zwar laut Rot-Grün bei Regierungsantritt 1998 durch staatliche und private Mittel für FuE zwar wieder drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zur Verfügung stehen. Derzeit sind es aber nur 2,5 Prozent, und damit deutlich weniger als in den USA (2,8), in Japan (3,0) oder gar in Finnland und Schweden, die annähernd vier Prozent in die Zukunft investieren. Botschaft des VDI Verzögert durch die Studiendauer wird es in ca. 5 Jahren - bedingt durch die aus Ressourcengründen starke Reduzierung der aufgenommenen Studienanfänger - zu einem Mangel an qualifizierten Fachkräften kommen. Die Hochschulen sind auf ihren Standort angewiesen, die Unternehmen nicht. Die Abwanderung von Firmen, die sich gerade wegen ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten für den jeweiligen Standort entschieden haben, ist also absehbar. Der VDI rät daher dringend, bei den nötigen Kürzungen im Hochschulbereich die Bedeutung der ingenieurwissenschaftlichen Fächer für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu berücksichtigen. Die Kürzungen die heute getroffen werden, können fatale Auswirkungen - insbesondere in den Zukunftstechnologien - nach sich ziehen und nicht durch kurzfristige Maßnahmen revidiert werden. Positionspapier zum Thema "Strukturplanung der Universitäten im Rahmen der Hochschulvertragsverhandlungen in Berlin"
Wachsendes Interesse an Bachelor- und Masterstudiengängen Die Bedeutung der neuen konsekutiven Studiengänge ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. So lag der Anteil der Studienanfänger und Studienanfängerinnen, die ein Studium mit dem Ziel eines Bachelor- oder Masterabschlusses aufgenommen haben, im Jahr 2002 bei 6,4 Prozent (2001 bei 4,3 Prozent). Dies ist der höchste Stand seit Einführung der neuen, konsekutiven Studienabschlüsse Bachelor (BA) und Master (MA) im Jahr 1998. Insgesamt befanden sich 67 000 Studierende in einem Bachelor- oder Masterstudiengang, dies waren 72% mehr als noch im Jahr 2001. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wurden im Jahr 2002 die höchsten Anteile von Studienanfängern in Bachelorstudiengängen festgestellt. Bei den Masterstudiengängen, die einen ersten Hochschulabschluss voraussetzen, waren die Anteile in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg am höchsten. Besonders viele Studierende haben sich für einen BA- oder MA-Studiengang in den Fächern Informatik, Internationale Betriebswirtschaft/Management und Wirtschaftswissenschaften entschieden. Eina ausführliches Papier zum Thema "Quantitative Entwicklungen in den Bachelor- und Masterstudiengängen seit Einführung der neuen Studiengangstruktur", verfasst vom Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, können Sie HIER als pdf-Datei (54 KB) herunterladen. Artikel der TU intern vom 4. April 2004 zum Positionspapier des VDI
Positionspapier zur Entwicklung des Bologna Prozesses Bachelor / Master Parlamentarischer Abend Berlin Brandenburg 30.11.2005
Presseerklärung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Zur Situation und Perspektiven der Universitäten in Berlin 04.07.2007
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