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Pressemitteilung VDI fordert Bildungs- statt Sparoffensive
Die VDI-Landesvertretung Berlin-Brandenburg ruft in einem Positionspapier den Berliner Senat auf, die geplanten Haushaltseinsparungen, die die Technische Universität Berlin (TU) betreffen, zurück zu nehmen. "Durch die Haushaltskürzungen für die Hochschulen schwächt der Senat den Wirtschaftsstandort der Region", erklärt Brandt, Vorsitzender der VDI-Landesvertretung Berlin-Brandenburg. Die vom Berliner Senat veranlassten Reduzierungen der Haushaltsansätze im Bereich der Bildungs- und Forschungspolitik führen lediglich zu einer Entlastung des Haushalts in Höhe von 0,14 Prozent. Sie stehen aber in keinem Verhältnis zu dem Wettbewerbsnachteil, den die Region Berlin durch die Haushaltseinsparungen an der TU Berlin erleidet. Der bis heute sehr hoch angesiedelte ingenieurwissenschaftliche Bildungsstandard der TU Berlin droht ins Mittelfeld abzurutschen. Die ingenieurwissenschaftlichen Bereiche in Berlin sind zu 80 Prozent der TU zugeordnet. Haushaltseingriffe in diesen ingenieurrelevanten Teil sind somit nicht über Doppelangebote abzufangen. Finanzielle Einschnitte bedeuten eine nicht tragbare Einschränkung des Bildungsangebots. Da die TU Berlin jedoch als Innovationsmotor entscheidend dazu beiträgt, dass Deutschland eine technische Führungsposition besetzt, muss die TU vielmehr gestärkt als durch finanzielle Einschnitte geschwächt werden. Um das Rationalisierungspotenzial dennoch zu nutzen, schlägt der VDI vor, die TU als ein Wirtschaftsunternehmen zu betrachten, dass einerseits ein gezieltes Kostensenkungsprogramm durchführt und andererseits die Einnahmen erhöht. Beispielsweise können durch Senkung der Gemein- und der Verwaltungskosten sowie durch eine gezielte Vernetzung der Lehr- und Serviceangebote der Berliner Universitäten Kosten gespart werden ohne das hohe Bildungsniveau der TU zu gefährden. Mit Hilfe von Studiengebühren kann es wiederum zu Einnahmen kommen. Auch ist die Vermarktung von Bildung, das heißt der Wissenstransfer als Dienstleistung für Industrie, Wirtschaft und Politik als mögliche Einnahmequelle zukünftig in Betracht zu ziehen. Die Internationalisierung der Lehre im Rahmen des Bologna Prozesses stellt eine weitere Maßnahme dar, um durch die Straffung des Ingenieurstudiums und die Gliederung in Master- und Bachelorabschluss Kosten zu senken. Die VDI-Landesvertretung Berlin Brandenburg betont, das die Erhaltung der Qualität der Ingenieursausbildung bei allen Maßnahmen oberste Priorität hat. Schon heute beklagt Deutschland einen Fachkräftemangel von ca. 20 000 Ingenieuren. Diesem kann nur mit einer exzellenten universitären Technikausbildung begegnet werden wie sie die TU Berlin bietet. Um den Technologiestandort Deutschland zu stärken, muss deswegen vielmehr in Bildung investiert werden als sie durch finanzielle Einschnitte einzuschränken. Den heutigen veränderten Anforderungen - neuen Technologiefeldern, fächerübergreifenden Märkten und hoher internationaler Vernetzung - gilt es mit einem angepassten akademischen Bildungssystem Rechnung zu tragen. Hinweis: Nähere Informationen sowie das Positionspapier zum Download finden Sie unter Landesvertretung -> Projekte -> Hochschulpolitik. |